MANDOLINE
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Mailänder Mandoline –
ein Bindeglied zwischen der damals verbreiteten Lautenfamilie
und der heute bekanten Neapolitanischen Mandoline – mit
zahlreichen Kompositionen bedacht. Namenhafte Barockmeister
widmeten der Mandoline ihre Aufmerksamkeit: Domenico Scarlatti,
Francesco Conti, Filippo Sauli, Roberto Valentini, Battista
Sammartini, Francesco Piccone, Antonio Vivaldi, Georg Fridrich
Händel, Giovanni Paessiello, Johann Adolf Hasse, Johann Nepomuk
Hummel, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven.
Die Mailänder Mandoline fand im 19. Und 20. Jahrhundert nur
noch wenig Beachtung und konnte so ihren klassischen Nimbus
bewahren, was ihrer neapolitanischen Schwester (Neapolitanische
Mandoline), ungeachtet ihrer klassischen Vergangenheit
im 18. Jahrhundert, nicht gelungen ist.
Ende des 16. Jahrhunderts zeichnete sich die Barockmandoline
von der Lautenfamilie ab besitzt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts
vier Saitenpaare (Chöre) und keinen abgeknickten
Hals. Sehr beliebt in Frankreich, wird sie in der Zeit Mandora
genannt.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts schwindet dort das Interesse
zunehmend, und sie erlebt in italienischer Ausprägung als Mandola
(Mandolino) ihre Blüte in Italien. Die vier Chöre erweitern
sich auf sechs, was ab Ende des 17. Jahrhunderts die Regel
wird. Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts, durch die Konkurrenz
zur Neapolitanischen Mandoline, die mit dem Plektrum gespielt
wurde, eignet sich statt Fingertechnik der Lautenspielweise eine
Zupftechnik mit dem Federkiel.
Die heute wieder gespielten historischen Instrumente sind
Nachbauten von Originalen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Um diesem historischen Instrument in Quart-Terz-Stimmung
mit Darmsaiten, das heute neben dem Instrument in Quint-
Stimmung mit Stahlsaiten (Neapolitanische Mandoline) gespielt
wird, eine Klassifizierung und Einordnung in der Musikfachwelt
zu geben, bekam es den Namen Barockmandoline.
